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Kulturradio RBB (September
2007)
William Byrd: Clarfica me
Der wahrscheinlich in Stondon Massey
geborene Byrd gehörte vermutlich zu den "Chlidren
of the Chapel Royal", wobei Thomas Tallis, "Gentleman
of the Chapel Royal", sein Lehrer gewesen sein soll.
1563 wurde er Organist und Chorleiter der Kathedrale von
Lincoln, und zwar mit einer sehr hohen Besoldung. Offenbar
hatte Byrd damals schon einen sehr guten Ruf in ganz England.
Seit 1570 ist Byrd als "Gentleman" der königlichen
Kapelle nachgewiesen. Von 1573 bis 1593 lebte Byrd mit seiner
Familie in Harlington, danach in Stondon Massey in Essex,
wo er ein großes Anwesen mit Landwirtschaft und Waldland
besaß. Über seinen Dienst in der königlichen
Kapelle und seine Arbeit als Verleger hinaus hatte er Schüler
und Gönner aus den höchsten Adelskreisen. Dies
belegen etliche Widmungen von Drucken mit weltlicher und
geistlicher Musik. Außerdem unterhielt Byrd, der selbst
Katholik war, Kontakte zu katholischen Adligen.
Für die heimlichen Gottesdienste im Hause Lord Petres,
mit dem er sogar befreundet war, komponierte er seine drei
(katholischen) Messen. Jedoch durfte die Messe nicht gefeiert
werden und Priester konnten nur im Ausland ausgebildet werden.
Bei ihrer Rückkehr nach England drohte ihnen Gefängnis
oder gar die Todesstrafe. Byrds wichtigster Beitrag zur
englischen Liturgie ist sein Great Service (um 1588).
Dass er sich zu seinem katholischen Glauben offen bekennen
konnte bisweilen sogar ausgesprochen provozierend
, hängt sicher damit zusammen, dass er in seiner
Zeit als der überragende Komponist in England galt,
der in allen Bereichen der Musik, besonders in der Tasten-
und Liedkunst, Exemplarisches geleistet hatte.
Vergleichsweise exemplarisch ist diese neue Byrd-Einspielung.
Die Renaissance-Orgel, die Leon Berben spielt, ist für
diese Musik absolut prädestiniert.
Bernhard Morbach
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